Qiong Ji Lu – Neue Altstadt

Die Qiong Ji Lu erweckt den Anschein einer historischen Altstadt. In Wahrheit jedoch, ist das gesamte Stadtviertel erst fünf Jahre alt.

Sämtliche Elemente, wie die traditionellen Suzhou Gärten, klassische Brücken, Tempel und Teepavillons wurden in den Straßen gestalterisch aufgegriffen.

Bei touristen ist die Gegend weniger bekannt, weshalb es hier auch nicht so überfüllt ist.

Die Altstadt bietet eine tolle Kulisse für Fotoshootings, lädt aber auch einfach zum Verweilen ein.

Die Gegend ist auch bei Künstlern…

…und solchen, die es werden wollen beliebt.

龙井茶 (lóngjǐng chá) – Grüner Tee aus Long Jing

Tee und China gehören zusammen, wie Bayern und Weißbier. Das Chinesische Nationalgetränk wird hier nicht nur den ganzen Tag über getruken, sondern in eigenen Teehäusern ausgiebig zelebriert.

Ein ganz besonderer Chinesischer Tee kommt direkt aus der Region – der Kaiserliche Long Jing Tee. Dieser Grüntee gilt als der beste Chinas und wird als “mild-süßlich” beschrieben. Das Anbaugebiet ist nur 150 qm groß und liegt auf einem Hügel in einem kleinen Dorf namens Long Jing bei Hangzhou.

Die höchste Qualität des Tees wird erreicht, wenn nur die jünsten beiden Knospen und Blätte im Zeitraum vom 21. März bis 5. April gepflückt werden. Das abgebildete Glas Tee, dessen erster Aufguss für mich wie Heu geschmeckt hat, ist für gute zehn Euro zu haben. Der zweite und dritte Aufguss war dann tatsächlich trinkbar.

金庭镇 – Jinting Zhen Island

Die erste Arbeitswoche ist geschafft – Zeit für ein erstes Team-Event! Ich habe sofort vier Kollegen mit Rennrad gefunden. Einer der Kollegen hat vorgeschlagen, sein uns sein Heimatdorf zu zeigen. Somit führt die heutige Radtour auf die Insel Jinting Zhen im Taihu See. Der Taihu ( auf Deutsch: Sehr großer See) ist der drittgrößte Süßwassersee Chinas und liegt eine Autostunde westlich von Suzhou.

Mit dem Auto sind wir auch angereist und konnten so direkt ohne Stadtverkehr starten. Die Strecke führt direkt am See entland, über eine gigantische Brücke auf die Insel. Bei der Überfahrt hat man einen grandiosen Blick auf die kleine Nachbarinsel Xiaoting. Auf dem See fahren einige traditionelle Segelschiffe (“Dschunken”), wie man sie sonst aus Hong Kong kennt.

Auf der Insel angekommen, gab es erstmal einen kurzen Zwischenstopp. Bauern verkaufen hier frisches Obst und Gemüse an der Straße. Frischer geht es nicht! Doch der schein trügt, so bescheiden die Menschen hier auch wirken – bezahlt wird bargeldlos per WePay!

Der Straßenverkehr ist auch diesmal wieder entspannt. Die uns umgebene Natur beeindruckt durch weites Grün und duftenen Blüten.

Die Menschen rund um den Taihu See leben nicht nur von der klassischen Landwirtschaft sondern auch von der Fischerei.

Eine der bekanntesten Delikatessen ist die Wollhandkrabbe, welche gerade Saison hat. Als Tiere werden sie außerhalb der Stadt derzeit fast an jeder Ecke angeboten. In der Stadt findet man die Krabben auf nahezu jeder Speisekarte.

Ein kurzes Gruppenfoto, bevor wir den Rückweg antreten.

Am Ende haben wir die 100 km-Marke überschritten. Für eine Samstagsrunde mit ein paar Kollegen eine ganz ordentliche Leistung!

走 (Zǒu) – Spaziergang

Folgende ein paar Impressionen vom heutigen Spaziergang durch die Stadt.

Die Straße Pingjiang Lu war einst die zentrale Handelsstraße der Stadt, direkt am Pingjiang Kanal gelegen. Von hier aus konnten Waren über die alte Seidenstraße bis nach Europa gehandelt werden. Auch heute ist Suzhou noch ein weltweit bedeutender Seidenproduzent.

Heute lädt die Pingjiang Lu eher zum flanieren ein und ist einer der Touristenmagnete.

Der Name “Venedig des Ostens” kommt nicht von ungefähr. Durch die ganze Stadt ziehen sich kleine Flüsse und Kanäle.

Dementsprechend gibt es unzählige kleine Brücken, welche ein weiteres Wahrzeichen der Stadt sind.

Der Suzhou Park ist eine Oase mitten in der Altstadt. Im Zentrum des Parks ist ein kleiner See angelegt, in dem Kinder versuche kleine Goldfische zu angeln.

Hier treffen sich Einheimische zum spazieren, aber auch zum Tanzen!

Für Musik sorgen Hobby-Bands, mit der interessanten Zusammenstellung klassischer und traditioneller Instrumente.

Um die Altstadt führt eine alte Stadtmauer.

Traditionell wird jeden Morgen die Öffnung des Stadttors und abends dessen Schließung mit einem Dong angekündigt.

网师园 (Wǎngshī Yuán) – Garten des Meisters der Netze

Der Master of Nets Garden ist der berühmteste der Suzhou’er Gärten und gleichzeitig UNESCO Weltkulturerbe. Errichtet wurde der klassische Garten von einem Beamten um 1440, um den sich einige Sagen ranken.

In der Mitte des Gartens befindet sich ein kleiner See, um den Pavillons und kleine Innenhöfe angelegt sind.

Es gibt eine kleine süße Brücke im Suzhou-Stil. Die gleichzeitig beliebte Kulisse für das ein oder andere Fotoshooting ist.

Die ehemalige Bibliothek des Beamten lässt sich auch besichtigen. Zu seiner Zeit hatte er hier über 10.000 Bücher beherbergt.

Weitere Innenhöfe wurden zur Meditation genutzt. Hier findet man Skulpturen aus traditionellen “Wolkensteinen”.

Eine Sage verlautet, dass der Beamte im hohen Alter an einem magischen Seil zum Mond geklettert sei und er den Mond, in Form von “Wolkensteinen” auf die Erde geholt hätte.

Eine Sammlung kostbarer Vasen darf natürlich nicht fehlen.

商店 (shāngdiàn) – Shoppen

Die Suzhou Center Shopping Mall ist das größte Einkaufszentrum der Stadt mit allein 60.000 Quadratmeter…Grünfläche! Die Gesamtfläche soll bei 1,13 Millionen Quadratmetern liegen.

Das Center wurde von einem ganzen Team von Star-Architekten geplant. Neben shoppen auf 7 Etagen in zwei Gebäuden gibt es natürlich über 200 Restaurants.

Auch Schlittschuhlaufen, Skifahren, Snowboarden und Ponyreiten sind hier möglich!

Wer will, kann sich auf einer virtuellen Shooting Range austoben oder die weltweit erste virtual reality Counter Strike Anlage erkunden.

Das modernste 4D Kino wirkt im Vergleich schon fast den bisschen altmodisch! Als Entschädigung gibt es Popcorn in unzähligen Geschmacksrichtungen.

骑自行车 (qí zìxíngchē) – Fahrrad fahren

Heute Nacht hat mich der Jetlag wach gehalten. Ich habe die Nacht genutzt und ein bisschen nach möglichen Fahrradrouten recherchiert. Morgens bin ich dann direkt los gefahren. Einmal über die enge Landzunge und rund um den Xiangcheng See.

Sah auf der Karte ganz spannend aus und hat mich tatsächlich mit “Scenic Ozean Drive View” und leichter Briese überrascht.

Die Straßen sind hier im Umland wenig befahren und im guten Zustand. Keine Spur vom Trubel der Großstadt (kann auch an der Ferienzeit liegen).

Der Xiangcheng See ist sehr bekannt für seine Wollhandkrabben. Es ist gerade Saison für diese lokale Delikatesse. Entlang der Route kam ich an vielen kleinen Fischerdörfern vorbei.

Zum Frühstück gab es noch frische Mandarinen vom Bauern.

早上好 (Zǎoshang hǎo) – Guten Morgen!

Der erste Blick aus dem Fenster lässt es nicht erahnen, doch vor dem heutigen Tag wurden wir lange gewarnt. Am besten sollten wir die Ausreise verschieben. Auch in China ist heute Nationalfeiertag!

Ganz China ist auf den Beinen, viele reisen quer durch das große Land und besuchen ihre Familie.

Wir haben uns das Frühstück mit in die Wohnung genommen und die die alte Bella Macchina angeworfen. Mit frisch gemahlenem Kaffee von der Münchener Lieblingsrösterei beginnt der Tag fast wie immer.

家 (Jiā) – Zuhause

Bevor gleich alles voller Koffer steht, noch schnell ein Foto vom neuen Zuhause. Das Appartement befindet sich in der 17. Etage im gerade erst eröffneten Somerset am Baitang Park.

Von hier aus gelangt man komfortabel mit der U-Bahn zum Time Square, dem Suzhou Center oder in die historische Altstadt.

Für Gäste gibt es auch ein Gästezimmer mit eigenem Badezimmer und Blick auf die Skyline von Suzhou.

Bevor sich der Tag dem Ende neigt erkunden wir noch schnell die Nachbarschaft. Direkt nebenan gibt es einen Supermarkt.

Die Auswahl an frischen Fisch und Meerestieren wird wohl noch den ein oder anderen Kochabend füllen.

Obwohl kochen wirklich nicht nötig ist, an jeder Ecke warten unzählige Restaurants darauf besucht zu werden.

Bei der Runde um den Block ist uns ein japanisches Restaurant aufgefallen. In der Erwartung auf Sushi mussten wir feststellen, dass die Auswahl doch etwas vielseitiger ist. In Japan ist man gerne unter sich – gegessen wird im Séparée auf dem Holzboden.

Gestärkt von leckeren Salat mit frischen Fisch, Tofu und einer Portion aromatischen Sushi sind wir dann doch noch bis zum Time Square gelaufen.

Der Time Square ist ein Shopping Komplex, der durch seine moderne, offene Architektur auffällt. Besonders am Abend lädt dieser Stadtteil mit seinen Lichtinstallationen viele junge Leute zum Verweilen ein.