黄山 Huáng Shān – Mit 20.000 Chinesen auf dem heiligen Berg

Huangshan, der Gelbe Berg, ist ein Gebirge in der Provinz Anhui. Er ist einer der fünf heiligen Berge China und gehört zum Weltkulturerbe und Weltnaturerbe der UNESCO. Die bizarren Felsformationen mit 72, teilweise senkrechten, Gipfeln und das sich darin verfangene Wolkenmeer wird seit Jahrhunderten von berühmten chinesischen Malern und Poeten festgehalten. Zuletzt dienten die Berge als Kulisse und Vorbild für die schwebenden Berge im Film Avatar.

Erster Tag – Menschenmassen schieben sich über den Berg

Vom Massentourismus, der hier zur chinesischen Ferienzeit seinen Höhepunkt findet, merkt man in den verschlafenen Bergedörfern noch nicht viel. Der breite Ansturm liegt auf den Hotels im Gebirge des Nationalparks. Wer dort kein Zimmer ergattern kann, übernachtet im Zelt oder außerhalb.

Vom Dorf aus fahren Busse zum Gebirge. Wer den Fußweg wählt, wird für diesen Tag mit seiner letzten Wanderung in der völligen Ruhe dichter Bambuswälder belohnt. Der verlassene Weg führt auf antiken Brücken über kleine Bäche und an malerischen Wasserfällen und einsamen Tempeln vorbei.

Der Nationalpark hat drei Eingänge, zwei im Süden und einen im Norden. Die Wege sind, wie für chinesische Wandergebiete üblich, ausnahmslos betoniert. Vom Südwesteingang gelang man zu Fuß oder mit der Seilbahn zum Yuping Peak. Hier begrüßt die mehr als 800 Jahre alte “Guest Welcoming Pine”, der wohl meist fotografierte Kiefernbaum der Welt, seine Besucher. Über die Jahrtausenden hat sich die Huangshan-Kiefer als eigene Variante der chinesischen Kiefer entwickelt. In den Felsspalten finden die Wurzeln keine Erde. Sie sondern eine organische Säure aus, die Mineralsalze aus dem Granitgestein lösen kann. Das raue, stürmische Wetter zwingt die Bäume zu weiten flachen Baumkronen, im Schatten der Felsen.

“Standing upright on the peaktop in the cloud sea, Watching visitors to and from down the way. The pine clasps his arms to bow farewell in the wind, Expecting to meet them again on a certain day.” (chinesischer Poet)

Von der Guest Welcoming Pine aus startet der Aufstieg zum Liánhuāfēng (Lotus Peak). Er ist mit 1.864 Metern der höchste Gipfel im Huangshan Gebirge. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick.

Von hier aus kann man weiter nach Norden, oder zurück und am berühmten Nadelbaum vorbei zum Tian Du Peak.

Auf dem Rückweg zur Seilbahn waren auch einige chinesische Wanderer unterwegs. Die meisten der 20.000 Besucher, die jeden Tag hier her kommen, bevorzugen die Seilbahn.

Das Tal ist auf dem Wanderweg zu Fuß auf jeden Fall schneller zu erreichen, die vielen Treppenstufen gehen dabei aber in die Waden!

Zweiter Tag – Nordteil und Grand Canyon

“The north gate is not recommended, it’s not developed” sagte die nette Frau im Hotel. Somit ging es mit dem Taxi eine dreiviertel Stunde zum Nordeingang. Die Fahrt, vorbei an wilden Bambuswäldern und kleinen Dörfern war den Aufwand schon wert. Das letzte Stück bis zum Eingang in den Nationalpark muss per Shuttlebus zurückgelegt werden. Anschließend geht es mit der österreichischen Seilbahn hinauf und die letzten Meter zu Fuß auf den Lion Peak.

Das Gebirge ist im Norden schroffer und von steilen Felswände geprägt.

Einige Abschnitte verlaufen in schwindliger Höhe. Dennoch sind die an den Fels gebauten Wege ordentlich betoniert, aber bei weitem nicht so überfüllt wie im südlichen Teil.

Vom Lion Peak aus verläuft ein Wanderweg abwärts nach Westen, um den Xihai Grand Canyon. Die Empfehlung lautet an der ersten Gabelung rechts und an der zweiten links halten.

Vor hier aus kann eine weitere Seilbahn direkt durch den Canyon zum Bright Top Peak genommen werden.

Die Wanderung folgt den Schildern zum Baie Ling, vorbei am Turtle Peak, ein Fels, der eine Schildkröte verblüffend ähnlich sieht, oder auf der anderen Seite, eine Kiefer, die aus dem Gipfel einer Felssäule wächst.

Beeindruckend ist auch, wie die Restaurants und Hotels im Gebirge versorgt werden. Alle Waren werden von Lastenträger durch den Yellows Mountain getragen.

Zum nachmachen, hier noch die Karte, auf der allerdings leider der Nordeingang fehlt.

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